Über das Gehen, Laufen und Wandeln

„Wie geht`s?“, „Wie läuft`s?“, „Laufen die Geschäfte ?“, „Der Mixer geht!“,  Die Nase läuft, … . Gehen bezeichnet im allgemeinen die eher langsame Fortbewegung auf zwei Beinen. Das Wort Laufen beschreibt im Vergleich zum Gehen eine eher schnelle Bewegung: „Ich laufe um den Bus noch zu bekommen“,  „ich Laufe beim Marathon mit“. Mit Laufen beschreiben wir auch die Bewegung von Tieren. Ein Hund läuft über die Straße aber er geht nicht. Gehen ist zielgerichtet, längerfristig und mit räumlicher Orientierung verbunden: „nach New York gehen“, „nach Hause gehen“, „herumgehen“, „hineingehen“ oder „einen anderen Weg gehen“. Wer sich gehen lässt ist wiederum nicht Zielstrebig, sondern lässt es laufen… .

Laufen beschreibt fließende Bewegungen „Wasser läuft den Bach hinab“, „Die Flasche Läuft aus“, „Im Laufe des Lebens“, „Der Lauf der Dinge“ „Der Blut Kreislauf“… . Das Laufen hat etwas leichtes, geschwindes, freies. Gehen hat meist etwas Bestimmtes sowie häufig einen Bezug zu Zeit und Dauer: „Die Uhr geht vor!“, „Die Sonne geht auf!“, „Mit der Zeit gehen“, „Wie geht es weiter?“, „Es geht etwas zur Neige“ oder „es geht verloren“. Mit Laufen beschreiben wir Bewegungen im Virtuellen. Bilder laufen über den Bildschirm. Dagegen gibt „Der Fernseher geht“ lediglich Auskunft darüber ob er funktioniert.

Entgegen dem Laufen und Gehen beschreibt Wandeln ein nicht zielgerichtetes, gemächlich, genussvolles Umherschweifen. Darüber hinaus wird es für die Beschreibung eher transzendenter Bewusstseinszustände wie Schlaf- oder Nachtwandeln verwendet. Die besondere Eigenschaft die mit Wandeln ausgedrückt wird ist das Veränderliche, Wandelbare, das Umwandeln oder Abwandeln. Beim Lustwandeln wird vor allem der Bewusstseinszustand – die Art zu sein – gewandelt. Man begibt sich ganz in Raum und Zeit ohne Zweck und Ziel außer dem erholsamen, regenerierenden, vielleicht sogar therapeutischen Effekt.

Alle drei Worte haben ihre Wurzeln in der indogermanischen Sprache und sind seit dem 8 Jhd. belegt.

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